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Spielstube

Kornwestheim. Sich eine Auszeit nehmen oder zum Arzt gehen: Mütter können für diese Zeit ihr Kind in der Kornwestheimer Spielstube betreuen lassen. Zum Jahres­beginn haben die evangelische und die katholische Kirchengemeinde die Träger­schaft übernommen. Von Stefanie Köhler. Es ist Montagmorgen, kurz nach zehn Uhr. Artig sitzen sieben Kinder um den Tisch im Paulusgemeindehaus. Antje Merkle und Katja Haug decken ihn mit orangen, roten und gelben Plastiktellern. Die beiden Frauen sind ausgebildete Grund- und Hauptschullehrerin­nen. Einen Vormittag in der Woche küm­mern sie sich um die Kleinen. Schmatzend kauen die Mädchen und Jungen ihre Brezeln und belegten Brote. Valentinos Mund ist mit Schokocreme verschmiert.

Der Junge kommt seit über einem Jahr und damit am längsten von allen Kindern in die Spielstube. Vor dem Frühstück spielt er mit den anderen, die Kleinen sitzen zusam­men und räumen schließlich die Spielsachen wieder auf. Letzteres klappt nicht immer, sagt Antje Merkle schmunzelnd. Nach dem Frühstück sitzen die Kinder im Kreis. Und bei schönem Wetter gehen sie raus in den Gar­ten, rollen auf den roten Bobby-Cars über den Rasen, tollen auf der Rutsche herum. So vergeht für die Kinder die Zeit zwischen 8.30 und 13.30 Uhr ruck, zuck.

Diese Zeit bedeuten freie Stunden gerade für jene Mütter, die etwa keine Großmutter in greifbarer Nähe haben und ihre Sprösslinge ab 18 Monaten stattdessen in der Spiel­stube abgeben - für 13 Euro pro Vormittag. „Wenn Mütter eine Auszeit brauchen, zum Arzt gehen oder einkaufen, .sind ihre Kinder gut betreut", sagt Renate Schwaderer, die Geschäftsführerin der kirchlichen Sozialsta­tion. Die Einrichtung war bis zum 31. Dezem­ber 2008 Trägerin der Spielstube. Aus finan­ziellen Gründen hat sie die evangelische und katholische Kirchengemeinde zum Jahresbe­ginn übernommen. Die Kosten für die Spiel­stube werden sich 2009 auf rund 7000 Euro belaufen. Etwas weniger als ein Drittel will der Träger über die Elternbeiträge finanzie­ren. Die restlichen Kosten wollen sich die Kirchengemeinden mit der Stadt teilen. Bis zu dem Wechsel war die Stube in Kornwest­heim montag- und donnerstag vormittags ge­öffnet. Zudem gab es jeden Mittwoch eine zweite Einrichtung in Pattonville, die schon im Sommer 2008 schloss. Nicht nur wegen Geldmangels können Eltern ihre Kinder in­zwischen nur noch montags abgeben. „Seit­dem Kindergärten auch Kinder unter zwei Jahren aufnehmen, ist der Bedarf zurückge­gangen", sagt Schwaderer.

Auch die Kinder profitieren von der Spiel­stube. „Ihnen wird der Übergang zum Kinder­garten erleichtert", sagt Haug. Die meisten finden sich schnell damit ab, zeitweise ohne ihre Mütter zu sein. „Tränen sind natürlich normal." Nach der einstündigen Eingewöh­nungszeit, in der die Mütter noch bleiben, sind diese Tränen aber bald getrocknet. Und die Jungen und Mädchen gewöhnen sich frühzeitig an andere Kinder und gewisse Regeln, wie beispielsweise beim Essen am Tisch sitzen zu bleiben. Mittlerweile haben die Kleinen sogar eine innere Uhr. Gegen zehn beginnen die ersten, nach dem Früh­stück zu fragen, sagt Merkle. Weil das nun beendet ist, rennen Valentino, Mona, Maddy und die anderen zu den Stühlen. Es ist Zeit für die Fingerspiele.

INFO: Eine Voranmeldung ist nicht nötig. Aller­dings nimmt die Spielstube maximal zehn Kin­der pro Vormittag auf. In den Schulferien ist sie geschlossen.

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